TECHNIKBEREICH 05

Daten & Auswertung

Von Berichten und Dashboards über Kennzahlen und Vergleiche bis zu People Analytics: Digitale Systeme führen Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammen und machen betriebliche Entwicklungen sichtbar.

Für Betriebsräte ist dabei nicht nur entscheidend, welche Auswertungen angezeigt werden, sondern welche Daten miteinander verknüpft werden, welche Vergleiche möglich sind und welche Aussagen über Beschäftigte daraus entstehen können.

WORUM GEHT ES?

Typische Systeme und Vorhaben

Im Bereich Daten & Auswertung kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz. Manche stellen Kennzahlen und Berichte bereit, andere verbinden Daten aus mehreren Quellen, erkennen Entwicklungen oder erstellen Vergleiche und Prognosen.

Für den Betriebsrat ist zunächst wichtig zu verstehen, welche Daten ausgewertet werden, welche Personen oder Gruppen miteinander verglichen werden und wofür die Ergebnisse verwendet werden.

Berichte & Dashboards

Business Intelligence

Kennzahlensysteme

People Analytics

Leistungs- und Prozessanalysen

Prognosen & Scoring

WAS VERÄNDERT SICH?

Was verändert sich für Beschäftigte?

Datenbasierte Systeme verändern nicht nur, welche Informationen im Betrieb verfügbar sind. Sie beeinflussen auch, wie Arbeit sichtbar gemacht, Beschäftigte miteinander verglichen und Entscheidungen über Personen oder Bereiche vorbereitet werden.

Das kann Zusammenhänge verständlicher machen und eine bessere Planung ermöglichen. Gleichzeitig können komplexe Tätigkeiten auf einzelne Kennzahlen reduziert, Leistungsdruck verstärkt oder Bewertungen ohne ausreichenden Kontext vorgenommen werden.

Arbeit wird in Kennzahlen abgebildet

Bearbeitungszeiten, Mengen, Qualität oder Zielerreichung können fortlaufend erfasst und dargestellt werden. Dadurch entsteht ein datenbasiertes Bild der Arbeit, das jedoch nicht automatisch alle Tätigkeiten, Rahmenbedingungen und Unterschiede berücksichtigt.

Beschäftigte werden verglichen

Auswertungen können Personen, Teams, Standorte oder Zeiträume gegenüberstellen. Solche Vergleiche berücksichtigen jedoch nicht automatisch unterschiedliche Aufgaben, Rahmenbedingungen oder individuelle Voraussetzungen.

Kennzahlen beeinflussen Entscheidungen

Berichte und Bewertungen können Grundlage für Personaleinsatz, Zielvorgaben, Entwicklungsmöglichkeiten oder andere Entscheidungen werden. Dadurch können einzelne Kennzahlen erheblichen Einfluss auf Beschäftigte erhalten.

Leistungsdruck kann entstehen

Wenn Ergebnisse ständig sichtbar sind oder Zielwerte unmittelbar verglichen werden, kann sich der Arbeitsdruck erhöhen. Beschäftigte können ihr Verhalten zunehmend an messbaren Vorgaben statt an der tatsächlichen Aufgabe ausrichten.

WORAUF KOMMT ES AN?

Worauf sollte der Betriebsrat schauen?

Der Betriebsrat muss nicht jede Kennzahl oder technische Berechnung selbst überprüfen können. Entscheidend ist, frühzeitig zu klären, welche Aussagen eine Auswertung ermöglichen soll und welche Folgen sich daraus für Beschäftigte ergeben können.

Dabei sollten nicht nur die aktuell angezeigten Berichte betrachtet werden. Auch vorhandene Daten, technisch mögliche Verknüpfungen, Zugriffsrechte und spätere Erweiterungen können relevant sein.

Zweck und Verwendung

Welche Frage soll die Auswertung beantworten und wofür werden ihre Ergebnisse genutzt? Wichtig ist, ob sie nur der betrieblichen Planung dienen oder auch Entscheidungen über Beschäftigte und Arbeitsbereiche beeinflussen.

Datenquellen und Datenqualität

Aus welchen Systemen stammen die verwendeten Daten und wie aktuell oder vollständig sind sie? Fehlerhafte, unvollständige oder unterschiedlich erhobene Daten können zu irreführenden Ergebnissen führen.

Personenbezug und Profilbildung

Können Auswertungen einzelnen Beschäftigten oder kleinen Gruppen zugeordnet werden? Durch die Verknüpfung verschiedener Angaben können detaillierte Leistungs-, Verhaltens- oder Entwicklungsprofile entstehen.

Kennzahlen und Vergleiche

Wie werden Kennzahlen berechnet und welche Personen, Teams oder Zeiträume werden miteinander verglichen? Unterschiedliche Aufgaben und Rahmenbedingungen müssen bei der Bewertung berücksichtigt werden.

Zugriffe und Weitergabe

Wer darf Berichte sehen, bearbeiten oder exportieren? Es sollte klar geregelt sein, welche Führungskräfte, Fachbereiche oder externen Stellen Zugriff auf personenbezogene Auswertungen erhalten.

Änderungen und neue Auswertungen

Wie wird das System nach der Einführung weiterentwickelt? Neue Datenquellen, Kennzahlen, Filter oder Analysefunktionen können zusätzliche Auswertungsmöglichkeiten schaffen und eine erneute Bewertung erforderlich machen.

ERSTE ORIENTIERUNG

Noch nicht sicher, was bei eurem Vorhaben relevant ist?

Mit dem BR-Technik-Check könnt ihr euer Vorhaben Schritt für Schritt einordnen. Er hilft dabei, offene Fragen sichtbar zu machen und die nächsten Schritte im Gremium vorzubereiten.

Der Check gibt eine erste Orientierung – unabhängig davon, ob ihr anschließend allein weiterarbeitet oder Unterstützung benötigt.

Lasst uns gemeinsam auf euer Vorhaben schauen.

Wenn Funktionen, Datenflüsse, Auswertungsmöglichkeiten oder technische Unterlagen für euer Gremium nicht ausreichend verständlich oder beurteilbar sind, klären wir in einem ersten Gespräch, worum es geht und ob DC euch unterstützen kann.