TECHNIKBEREICH 01

Personal & Arbeit

Von Arbeitszeiterfassung und Personaleinsatzplanung bis zu Recruiting, Learning und modernen HR-Systemen: Digitale Lösungen greifen heute in viele Bereiche der Personalarbeit ein.

Für Betriebsräte ist dabei nicht nur entscheidend, was ein System kann, sondern welche Daten verarbeitet werden, welche Auswertungen möglich sind und wie sich Arbeit und Entscheidungen dadurch verändern.

WORUM GEHT ES?

Typische Systeme und Vorhaben

Im Bereich Personal & Arbeit kommen ganz unterschiedliche digitale Systeme zum Einsatz. Manche erfassen Arbeitszeiten, andere unterstützen bei Personaleinsatz, Recruiting oder Weiterbildung.

Für den Betriebsrat ist zunächst wichtig zu verstehen, welche Aufgabe das System übernimmt, welche Daten dabei verarbeitet werden und welche Bereiche der Arbeit betroffen sind.

Arbeitszeiterfassung

Personaleinsatzplanung

Recruiting

Learning & Weiterbildung

HR-Systeme

Talent Management

WAS VERÄNDERT SICH?

Was verändert sich für Beschäftigte?

Digitale Systeme in der Personalarbeit verändern nicht nur Abläufe. Sie beeinflussen auch, welche Informationen über Beschäftigte entstehen, wie Leistungen bewertet werden und auf welcher Grundlage personelle Entscheidungen getroffen werden.

Das kann Arbeit erleichtern und Entscheidungen nachvollziehbarer machen. Gleichzeitig können neue Formen von Kontrolle, automatisierte Bewertungen oder Benachteiligungen entstehen – besonders dann, wenn unklar bleibt, welche Daten zusammengeführt und wie Ergebnisse genutzt werden.

Mehr Daten über Beschäftigte

Arbeitszeiten, Qualifikationen, Abwesenheiten oder Bewerbungsdaten werden digital erfasst und teilweise miteinander verknüpft. Dadurch kann ein immer genaueres Bild von einzelnen Beschäftigten entstehen – auch über verschiedene Systeme hinweg.

Neue Auswertungen und Vergleiche

Digitale Systeme können Daten sortieren, vergleichen und zu Kennzahlen verdichten. So werden Unterschiede zwischen Teams oder einzelnen Beschäftigten sichtbar, die zuvor möglicherweise nicht oder nur mit großem Aufwand erkennbar waren.

Automatisierte Bewertungen

Systeme können Bewerbungen vorsortieren, Potenziale bewerten oder Empfehlungen für personelle Entscheidungen erzeugen. Auch wenn formal ein Mensch entscheidet, können solche Ergebnisse die Entscheidung stark beeinflussen.

Veränderte Aufgaben und Verantwortung

Wenn Systeme planen, empfehlen oder Entscheidungen vorbereiten, verändern sich häufig Aufgaben, Zuständigkeiten und Handlungsspielräume. Beschäftigte müssen dann verstehen können, welche Rolle das System spielt und wofür weiterhin Menschen verantwortlich sind.

WORAUF KOMMT ES AN?

Worauf sollte der Betriebsrat schauen?

Der Betriebsrat muss nicht jedes technische Detail selbst beurteilen können. Entscheidend ist, frühzeitig die richtigen Informationen zu erhalten und zu erkennen, an welchen Stellen Beschäftigteninteressen berührt werden.

Dabei geht es nicht nur um Datenschutz oder technische Überwachung. Auch Zugriffsrechte, Auswertungsmöglichkeiten, automatisierte Entscheidungen und Veränderungen von Aufgaben und Abläufen sollten betrachtet werden.

Zweck und Einsatzbereich

Welche Aufgabe soll das System übernehmen? Wichtig ist, in welchen Bereichen es eingesetzt wird, welche Beschäftigtengruppen betroffen sind und ob der Einsatz später ausgeweitet werden kann.

Verarbeitete Daten

Welche Daten werden erhoben, gespeichert, verknüpft oder neu berechnet? Neben Stammdaten können auch Arbeitszeiten, Abwesenheiten, Qualifikationen, Leistungs- oder Verhaltensdaten relevant sein.

Zugriffe und Berechtigungen

Wer darf Daten sehen, bearbeiten oder exportieren? Rollen und Berechtigungen sollten klar festlegen, welche Personen auf einzelne Angaben, Auswertungen oder Beschäftigtenprofile zugreifen können.

Auswertungen und Bewertungen

Welche Kennzahlen, Vergleiche oder Bewertungen kann das System erzeugen? Entscheidend ist nicht nur, welche Auswertungen geplant sind, sondern auch, welche technisch möglich wären.

Automatisierte Entscheidungen

Bereitet das System personelle Entscheidungen vor oder spricht es Empfehlungen aus? Der Betriebsrat sollte nachvollziehen können, welche Daten und Regeln das Ergebnis beeinflussen und wo Menschen eingreifen können.

Änderungen und Weiterentwicklung

Wie wird das System nach der Einführung verändert? Updates, neue Funktionen oder zusätzliche Datenquellen können den ursprünglichen Einsatz erweitern und eine erneute Bewertung erforderlich machen.

THEMEN VERTIEFEN

Konkrete Themen und Systeme

Manche Systeme und Vorhaben werfen besonders häufig Fragen auf. Die folgenden Vertiefungen erklären typische Funktionen, mögliche Auswirkungen und wichtige Prüfpunkte für Betriebsräte.

Sie geben eine erste Orientierung und helfen dabei, das konkrete Vorhaben im eigenen Betrieb gezielter zu betrachten.

ATOSS

Workday

Cornerstone

Digitale Personalakte

KI im Recruiting

People Analytics

ERSTE ORIENTIERUNG

Noch nicht sicher, was bei eurem Vorhaben relevant ist?

Mit dem BR-Technik-Check könnt ihr euer Vorhaben Schritt für Schritt einordnen. Er hilft dabei, offene Fragen sichtbar zu machen und die nächsten Schritte im Gremium vorzubereiten.

Der Check gibt eine erste Orientierung – unabhängig davon, ob ihr anschließend allein weiterarbeitet oder Unterstützung benötigt.

Lasst uns gemeinsam auf euer Vorhaben schauen.

Nicht jede technische Veränderung braucht externe Unterstützung. Wenn Funktionen, Datenflüsse, Auswertungsmöglichkeiten oder technische Unterlagen für euer Gremium nicht ausreichend verständlich oder beurteilbar sind, klären wir gemeinsam, wo ihr steht und welche Unterstützung sinnvoll ist.