TECHNIKBEREICH 03

Betriebliche Systeme & Prozesse

Von ERP und Warenwirtschaft über Verkauf und Logistik bis zum Auftragsmanagement: Betriebliche Systeme steuern zentrale Abläufe und verbinden Daten über Abteilungen und Standorte hinweg.

Für Betriebsräte ist dabei nicht nur entscheidend, welchen Prozess ein System unterstützt, sondern welche Arbeitsschritte vorgegeben werden, welche Daten zusammenfließen und welche Entscheidungen oder Kontrollen dadurch möglich werden.

WORUM GEHT ES?

Typische Systeme und Vorhaben

Im Bereich betrieblicher Systeme kommen ganz unterschiedliche digitale Lösungen zum Einsatz. Manche steuern Waren, Bestellungen oder Aufträge, andere unterstützen Verkauf, Lager, Logistik oder die Bearbeitung von Retouren.

Für den Betriebsrat ist zunächst wichtig zu verstehen, welchen betrieblichen Ablauf das System steuert, welche Daten zwischen den Bereichen ausgetauscht werden und welche Tätigkeiten betroffen sind.

ERP-Systeme

Warenwirtschaft

Verkaufssysteme

Logistik & Lager

Auftragsmanagement

Retouren & Reklamationen

WAS VERÄNDERT SICH?

Was verändert sich für Beschäftigte?

Digitale betriebliche Systeme verändern nicht nur einzelne Arbeitsschritte. Sie beeinflussen auch, wie Abläufe organisiert werden, welche Vorgaben Beschäftigte erhalten und wie ihre Arbeit sichtbar und ausgewertet wird.

Das kann Prozesse vereinfachen und Informationen schneller verfügbar machen. Gleichzeitig können Handlungsspielräume kleiner werden, Arbeitsdruck entstehen oder Entscheidungen zunehmend durch das System vorgegeben werden.

Abläufe werden vorgegeben

Betriebliche Systeme legen häufig fest, in welcher Reihenfolge Aufgaben bearbeitet werden und welche Angaben erforderlich sind. Dadurch können Prozesse vereinheitlicht, aber auch individuelle Handlungsspielräume eingeschränkt werden.

Arbeit wird transparenter

Bearbeitungszeiten, Auftragsstände, Mengen und Fehler können im System sichtbar werden. So lassen sich Abläufe besser koordinieren, zugleich entstehen neue Möglichkeiten zur Kontrolle und Bewertung von Beschäftigten.

Entscheidungen werden automatisiert

Systeme können Aufgaben verteilen, Prioritäten setzen oder nächste Arbeitsschritte vorschlagen. Beschäftigte müssen nachvollziehen können, welche Regeln dabei gelten und wo menschliche Entscheidungen möglich bleiben.

Aufgaben und Verantwortung verändern sich

Wenn Prozesse digitalisiert oder miteinander verbunden werden, verändern sich häufig Tätigkeiten, Zuständigkeiten und Qualifikationsanforderungen. Auch die Verantwortung für Entscheidungen kann sich zwischen Beschäftigten, Führungskräften und Systemen verschieben.

WORAUF KOMMT ES AN?

Worauf sollte der Betriebsrat schauen?

Der Betriebsrat muss nicht jedes technische Detail selbst beurteilen können. Entscheidend ist, frühzeitig zu klären, welche betrieblichen Abläufe gesteuert werden und welche Auswirkungen auf Beschäftigte möglich sind.

Dabei sollten nicht nur die unmittelbar sichtbaren Funktionen betrachtet werden. Auch Schnittstellen, Berechtigungen, Auswertungen und spätere Erweiterungen können für die Mitbestimmung relevant sein.

Zweck und Prozessumfang

Welchen betrieblichen Prozess soll das System unterstützen? Wichtig ist, welche Arbeitsschritte erfasst oder vorgegeben werden, welche Beschäftigtengruppen betroffen sind und ob der Einsatz später ausgeweitet werden kann.

Daten und Schnittstellen

Welche Daten werden erhoben, verarbeitet oder zwischen Systemen ausgetauscht? Neben Auftrags-, Waren- oder Kundendaten können auch Arbeitszeiten, Bearbeitungsstände und personenbezogene Leistungsdaten entstehen.

Rollen und Berechtigungen

Wer darf Daten sehen, bearbeiten oder exportieren? Rollen und Berechtigungen sollten klar festlegen, welche Personen auf einzelne Vorgänge, Auswertungen oder Beschäftigtenprofile zugreifen können.

Vorgaben und Auswertungen

Welche Arbeitsschritte, Kennzahlen oder Zielwerte gibt das System vor? Zu prüfen ist auch, welche Vergleiche und Bewertungen technisch möglich sind – selbst wenn sie zunächst nicht genutzt werden sollen.

Automatisierte Entscheidungen

Verteilt oder priorisiert das System Aufgaben, gibt es Empfehlungen oder löst es automatisch Maßnahmen aus? Der Betriebsrat sollte nachvollziehen können, welche Daten und Regeln dabei verwendet werden und wo Menschen eingreifen können.

Updates und verbundene Systeme

Wie wird das System nach der Einführung verändert? Updates, neue Funktionen oder zusätzliche Schnittstellen können den ursprünglichen Einsatz erweitern und eine erneute Bewertung erforderlich machen.

THEMEN VERTIEFEN

Konkrete Themen und Systeme

Betriebliche Systeme verbinden häufig zahlreiche Prozesse, Datenquellen und Unternehmensbereiche. Die folgenden Vertiefungen erklären typische Funktionen, mögliche Auswirkungen auf Beschäftigte sowie wichtige Prüf- und Auswertungsfragen für Betriebsräte.

Sie geben eine erste Orientierung. Entscheidend bleibt, welche Funktionen im konkreten Betrieb eingesetzt, welche Schnittstellen eingerichtet und welche Daten tatsächlich ausgewertet werden.

SAP S/4HANA

ERP-Systeme

Warenwirtschaftssysteme

Verkaufssysteme

Auftragsmanagement

Logistik & Retouren

ERSTE ORIENTIERUNG

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Mit dem BR-Technik-Check könnt ihr euer Vorhaben Schritt für Schritt einordnen. Er hilft dabei, offene Fragen sichtbar zu machen und die nächsten Schritte im Gremium vorzubereiten.

Der Check gibt eine erste Orientierung – unabhängig davon, ob ihr anschließend allein weiterarbeitet oder Unterstützung benötigt.

Lasst uns gemeinsam auf euer Vorhaben schauen.

Nicht jede technische Veränderung braucht externe Unterstützung. Wenn Funktionen, Datenflüsse, Auswertungsmöglichkeiten oder technische Unterlagen für euer Gremium nicht ausreichend verständlich oder beurteilbar sind, klären wir gemeinsam, wo ihr steht und welche Unterstützung sinnvoll ist.